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20.01.2012

Wie geht`s weiter mit der Clubkultur in Berlin?

Das war das Thema einer Veranstaltung des Vereins all2gethernow, einem Zusammenschluss von unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren der Berliner Musikszene, die dazu mich und Vertreterinnen und Vertreter anderer Parteien aus dem Abgeordnetenhaus eingeladen hatten.

Dass die Berliner Clubs keineswegs in eine sorgenfreie Zukunft schauen, zeigt sich daran, dass zeitgleich zur Veranstaltung in der homebase am Potsdamer Platz, in der Prenzlauer Berger Pappelallee der Klub der Republik die letzten zehn Tage seines Bestehens mit einer Protestaktion begann. Der seit zehn Jahren existierende Klub der Republik muss schließen, da ein Investor an dieser Stelle den Neubau eines Hostels plant. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits der Magnet- und der Knaack-Club aufgeben mussten, verkündeten um den Jahreswechsel herum nun auch das ICON und das N.B.I. in der Kulturbrauerei ihr Ende. Somit wird der Prenzlauer Berg immer mehr zur clubfreien Zone.

Neben der Verdrängung von Clubs durch neue Investoren spielen vor allem Konflikte um Lärm mit der neuen Nachbarschaft eine große Rolle. Zunehmende bauliche Verdichtung im Umfeld der Clubs, aber auch Intoleranz gegenüber vorgefundenen Strukturen machen den Clubs das Leben schwer.

Um diese und andere Fragen ging es auch in der Diskussion. Während ein Teil der Szene durchaus Hoffnungen in die Ankündigung des neuen Senates setzt, mit der Gründung eines Music Boards einen Ansprechpartner für ihre Probleme zu schaffen, zeigten sich andere frustriert über die anhaltende Untätigkeit. Denn konkrete Konzepte und Ideen wie dieser Entwicklung entgegen gesteuert werden kann, offenbarte Senatssprecher Richard Meng in der Debatte nicht. Dabei drängt die Zeit, denn mit dem Schokoladen in Mitte steht eine weitere Berliner Kulturinstitution vor dem Aus.

Ich habe in der Diskussion darauf hingewiesen, dass es seit Jahren Beschlüsse im Abgeordnetenhaus gibt, die Liegenschaftspolitik des Landes zu verändern. Grundstücke dürfen nicht einfach an die Meistbietenden verkauft werden, sondern müssen auch dafür genutzt werden, kulturelle Standorte zu sichern. Dazu wäre es notwendig, dass der Senat sich endlich einen Überblick verschafft, welche Kulturstandorte es gibt, welche Probleme diese in den kommenden Jahren ggf. erwarten könnten und über welche geeigneten Flächen die öffentliche Hand in der Stadt verfügt.

Wie ernst es der neue Senat mit der Unterstützung der Berliner Clubs meint, wird sich zeigen. Das wird es allerdings nicht zum Nulltarif möglich sein. Doch sobald es um Geld und nicht nur um warme Worte geht, war in der Vergangenheit die Verhandlungsbereitschaft des Finanzsenators nur noch begrenzt vorhanden. Das haben auch wir als LINKE erfahren müssen.

Wir werden auf jeden Fall an den Themen dran bleiben und versuchen die betroffenen Clubs zu unterstützen. Gleichzeitig gilt es dafür zu sorgen, dass nicht sich die Entwicklung im Prenzlauer Berg sich nicht in anderen Bezirken wiederholt. Da werden wir de Senat auch nicht aus der Verantwortung lassen.