
Berliner Orchester, Berliner Chöre und die Solisten Dirk Kleinke, Nino Sandow und Stephan Bootz führten am 15. Januar unter Leitung von Frank Keding das Oratorium "Das ausgehende 20. Jahrhundert" erstmals auf. Das war der erste von drei Teilen des Programms "Gefühlssache Revolution" in der Berliner Volksbühne. Zwei meiner Sangesbrüder von den Rostkehlchen und ich reihten uns ein, um bei der Klangabrundung mitzuhelfen.
Jan Thomsen (Berliner Zeitung, 24./25. Januar 2009, Flurgespräche) schrieb dazu eine kurze Meldung, über die ich mich sehr amüsiert habe: "Wo steht Klaus Lederer, Chef der Berliner Linken, wenn die Revolution kommt? Nicht in der ersten Reihe, wie man meinen sollte - sondern in der letzten. Vorige Woche hatte der 34-Jährige zwei anspruchsvolle Abendauftritte in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort sang er mit Berliner Chören und Musikern ein Oratorium namens "Gefühlssache Revolution", geschrieben von Frank Keding (Musik) und Heinz Havenmeister (Text). Der unverkrampfte Umgang des Stückes mit dem hochernsten Thema Revolution kam dem Parteichef entgegen: Inbrünstig brachte er sich, trotz seines Standpunktes ganz hinten, stimmlich-musikalisch ein und zeigte sich dazu seriös, fast schon bourgeoishaft gekleidet in schwarzem Zwirn. Sonst wird Lederer während seiner Freizeitaktivitäten gern im Kapuzenshirt angetroffen - gewissermaßen vermummungsfähig, wenn es revolutionär doch plötzlich darauf ankommen sollte."