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5. Juli 2011 Landesvorstand

Woelki und Kraus beweisen es

Queere Akzeptanzarbeit in der Bildung darf nicht ab 2012 wegfallen!

Anlässlich seines heutigen Besuchs bei der Bildungsoffensive »Queerformat« erklärt der Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE. Berlin, Klaus Lederer:

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zum Vorreiter im Kampf gegen die Diskriminierung von Homo- und Trans*-Menschen entwickelt. Dabei spielt gerade die vom Abgeordnetenhaus beschlossene »Initiative für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt« (ISV) eine wichtige Rolle. Zu würdigen sind insbesondere die neuen Arbeitsansätze im Bildungsbereich, die durch das Engagement von queeren Initiativen, darunter besonders ABQueer und KomBi mit dem Projekt »Queerformat«, immer wieder belebt und vorangetrieben werden. Im Bildungsbereich ist die Akzeptanzarbeit mit dem Bohren dicker Bretter vergleichbar.

Vorfälle in den jüngsten Tagen, wie die Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, in der rechtspopulistischen Zeitung »Junge Freiheit« oder die Beförderung des konservativen Weihbischofs von Köln, Rainer Maria Woelki, zum Erzbischof von Berlin, verdeutlichen, wie wichtig es ist, kontinuierlich für die Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Orientierungen zu arbeiten. Hier bricht sich nur Bahn, was leider noch immer in viel zu vielen Köpfen spukt.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Finanzsenator Ulrich Nußbaum (für SPD) bislang die Absicherung der Finanzierung für die Fortführung der Bildungsoffensive innerhalb der Akzeptanzinitiative im Entwurf für einen Doppelhaushalt Berlins 2012/2013 ablehnt. Das muss im Senat oder im Abgeordnetenhaus dringend korrigiert werden. Nachhaltige Akzeptanzarbeit ist wichtiger als die saisonale Aufregung über homo- und transphobe Äußerungen und Vorfälle, denen dann symbolische Handlungen folgen. Wir setzen uns dafür ein, »Queerformat« so abzusichern, dass wir perspektivisch in Berlins Bildungslandschaft kontinuierlich auf dieses Engagement zurückgreifen können. Es darf hier nicht bei wohlfeilen Bekenntnissen bleiben.