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1. Juni 2003 Klaus Lederer

Dieter-Eich-Demonstration in Buch

Anlässlich der gestrigen Demonstration eines Bündnisses junger Antifaschistinnen und Antifaschisten zum Gedenken an den ermordeten Dieter Eich erklärt der stellvertretende PDS-Bezirksvorsitzende und Abgeordnete aus Pankow-Prenzlauer Berg-Weißensee, Klaus Lederer:  

Es ist gut, dass es sich vorwiegend junge Menschen aus unserem Bezirk immer wieder zur Aufgabe machen, an Orten rechter Vernetzung, Rekrutierung und Taten zu protestieren, zu erinnern und damit auch unbequem gegenüber zu großer Gelassenheit und Teilnahmslosigkeit zu sein. Dass gestern ca 250 Menschen in Buch an die Ermordung Dieter Eichs erinnern, gehört dazu.

Dies sollte aber auch Anlass sein, erneut hervorzuheben, dass Aktivitäten von Rechtsextremen immer einen örtlichen Bezug haben, ohne dass deswegen faschistisches, rassistisches oder chauvinistisches Denken und Handeln auf lokale Räume in unserem Bezirk begrenzt wäre. Eine Reihe von Taten, wie erst jüngst der Überfall auf meinen Genossen Blom, bestätigen das immer wieder.

Wir rufen auf, verstärkt über die Bündelung der Kraft aller engagierten und interessierten Menschen nachzudenken, die dem etwas entgegensetzen wollen und entgegenzusetzen haben. Es genügt nicht, zu mahnen – nötig sind stabile und flexible Zusammenhänge und Netzwerke an vielen Orten unseres Bezirks, die sich der Förderung von Toleranz, Offenheit und solidarischem Miteinander verschreiben und kontinuierlich und ideenreich agieren. Es darf ferner nicht der Eindruck erweckt werden, als ginge es vorrangig um die ideologische Kennzeichnung ganzer Ortsteile. Auch wenn in anderen Teilen des Bezirkes mehr Sensibilität und mehr offene Positionierung gegen den modernen Nazismus existieren, so ist es doch nirgends genug. Deshalb kann als Ergebnis nur der Anspruch stehen bleiben, gemeinsam auf eine Verstärkung der Bemühungen über politische Differenzen im einzelnen und über alle Altersgruppen hinweg hinzuarbeiten.