Zurück zur Startseite
11.03.2009

Initiative "Berlin für sexuelle Vielfalt" vorgestellt

CSD Berlin e. V. "Meilenstein für die Emanzipation"

Berlin gilt als tolerante und weltoffene Metropole. Dafür sind wir weltweit bekannt, sexuelle Vielfalt gehört zu Berlin, ja, wir haben sogar einen schwulen Regierenden Bürgermeister. Allerdings gibt es viele Anzeichen dafür, dass nach wie vor viele Berlinerinnen und Berliner eine solche Einstellung nicht teilen.

Überfall auf Lesben, Schwule, Dragqueens gibt es - zum Glück werden sie inzwischen skandalisiert. Aber auch in Schulen, Freizeitstätten, Sportvereinen und in Familien gibt es nach wie vor autoritäres Denken, von archaischen Männlichkeitsbildern geprägte Vorstellungen und hierarchisches Geschlechterdenken. Wer das ändern will, braucht einen langen Atem. Nachdem Berlin im vergangenen Jahr schon in Sachen rechtlicher Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft eine Vorbildrolle in der Bundesrepubik eingenommen hat, stehen wir nun auch bei der Förderung der Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt vor einem neuen, ehrgeizigen Vorhaben.

Heute haben Susann Engert (SPD-Fraktion) und ich der Presse unseren Antrag für eine "Initiative Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" vorgestellt. Diese Initiative baut auf vielen Vorarbeiten der letzten Jahre auf und wurde gemeinsam mit Initiativen, Vereinen und Verbänden aus der Berliner Community diskutiert und qualifiziert - zuletzt unter großer Resonanz auf dem "Ratschlag Sexuelle Vielfalt" am vergangenen Mittwoch im "SchwuZ", zu dem Linke und SPD eingeladen hatten. Anfang April hoffen wir auf die Beschlussfassung durch das Abgeordnetenhaus. Der CSD Berlin e. V. hat heut den Antrag als "Meilenstein für die Emanzipation von Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Transgendern in dieser Stadt" bezeichnet. Nun wird es langen Atem brauchen, um die ambitionierten Ziele praxiswirksam werden zu lassen.